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Der Karfreitag ist im Zusammenhang mit Ostern für die Christen einer der höchsten Feiertage. An ihm gedenkt die Kirche des Todes Jesu und erwartet die Feier seiner Auferstehung. Nach ihrem Glauben litt und starb Jesus als Märtyrer seiner Predigt über Gott und nahm als „Gottesknecht“ im Kreuzestod freiwillig die Schuld aller Menschen auf sich. Durch Tod und Auferstehung Jesu werde allen Menschen erst Sündenvergebung und damit Errettung aus dem Tod und ewiges Leben ermöglicht. Gleichzeitig betont die katholische Theologie zunehmend die Konsequenz seiner Gottessohnschaft, deren Botschaft von der Zuwendung des Schöpfergottes zu den Menschen eben nicht an Gewalt und Tod ihre Grenzen findet.
Das Karfreitagsgeschehen ist nicht alleine und isoliert zu betrachten, sondern steht in einer Reihe mit Ostern, Christi Himmelfahrt und Pfingsten. Nicht der Tod Jesu soll damit alleine das Große sein, sondern der Sieg Jesu über Hölle, Tod und Grab.
Der Karfreitag ist eingebunden in die „Dreitagefeier vom Leiden, Tod und Auferstehung des Herrn“, das Triduum paschale. Es beginnt am Gründonnerstag mit der Messe vom Letzten Abendmahl und findet seinen Höhepunkt mit der Feier der Osternacht. Als Teil des Osterfastens ist der Karfreitag in der Katholischen Kirche ein strenger Fast- und Abstinenztag. Die Tradition, freitags kein Fleisch zu essen, ist auf den Karfreitag zurückzuführen.
Die liturgische Ordnung der Liturgie kennt an diesem Tag einen Hauptgottesdienst besonderer Art: Die „Feier vom Leiden und Sterben Christi“. Sie besteht aus drei Teilen mit unterschiedlichem liturgiegeschichtlichem Hintergrund:
* Wortgottesdienst mit Verkündigung des Passionsevangeliums und den Großen Fürbitten
* Verehrung des Heiligen Kreuzes
* Kommunionfeier
Der Gottesdienst beginnt gewöhnlich gegen 15 Uhr, zur überlieferten Todesstunde Jesu.
Der Wortgottesdienst des Karfreitags bildet den alten und eigentlichen Kern der „Feier vom Leiden und Sterben Christi“. Er beginnt nach schweigendem Einzug mit einem stillen Gebet aller, während dessen sich der Priester als Zeichen äußerer Demut auf den Boden hinstreckt, die übrigen Mitfeiernden niederknien. Dieses Gebet wird abgeschlossen mit einer Oration des Priesters und dem „Amen“ der Gemeinde
Es folgen biblische Lesungen aus Jesaja 52, 14-53,12 und Hebräer 4, 14-16; 57-9, dazwischen der Gesang von Psalm 31. Höhepunkt der Wortfeier ist die Verkündigung des Leidensevangeliums Christi (Passion) nach dem Evangelisten Johannes, die mit verteilten Rollen ( Evangelist, Christus, Sonstige ) erfolgt.
Darauf folgen immer die Großen Fürbitten, welche die Anliegen der Kirche, der Welt und der Notleidenden vor Gott tragen. Jede der zehn Bitten besteht aus vier Teilen: 1.Gebetseinladung mit Nennung des Anliegens, 2. stilles Gebet aller, meist im Knien, 3. zusammenfassende Oration des Priesters, 4. „Amen“ als Ausdruck der Bekräftigung der Bitte durch alle Feiernden.
Die Bitte für die Juden, deren aus dem Mittelalter stammender und bis ins 20. Jahrhundert gebrauchter Wortlaut als abwertend empfunden werden konnte, ist heute in einer Form formuliert, die die Wertschätzung für das Volk Israel, „das du als erstes zu deinem Eigentum erwählt hast“, zum Ausdruck bringt und die Bestimmung des jüdischen Volkes offen lässt („damit sie das Ziel erreichen, zu dem sein Gottes Ratschluß sie führen will“)
Die Kreuzverehrung bildet den zweiten Teil der Feier. Ein Kreuz mit der Darstellung des gekreuzigten wird den Mitfeiernden hoch erhoben gezeigt („Kreuzerhöhung“) und der Priester lädt alle mit einen gesungenen Ruf zur Kreuzverehrung ein. Dieser traditionelle Gebetsruf lautet: „Seht das Holz des Kreuzes, an dem das Heil der Welt gehangen. Kommt, lasset uns anbeten!“ Dabei wird ein verhülltes Kreuz in den Altarraum gebracht, dort in drei Schritten enthüllt und gezeigt. Danach treten alle Mitfeiernden in einer Art Prozession zum Kreuz und verehren es durch die klassischen Zeichen der anbetenden Kniebeuge oder Verneigung. Ab der Enthüllung des Kreuzes wird bis zur Osternacht eine Kniebeuge vor jedem Kreuz gemacht, an dem man vorüberschreitet. Verschiedene Gesänge begleiten die Kreuzverehrung.
Die folgende schlichte Kommunionfeier erinnert daran, dass der Karfreitag kein Festtag ist, sondern ein österlicher Fasttag. Sie wird eingeleitet mit dem Vaterunser und abgeschlossen durch ein Dankgebet nach dem Kommunionempfang. Da am Karfreitag die Feier der Heiligen Messe unterbleibt, werden für die Karfreitagskommunion genügend Hostien aus der Messe des Gründonnerstags aufbewahrt. Die Feier der Kommunion mit „vorgeheiligten Gaben“ gehören seit dem 8. Jahrhundert fest zur Karfreitagsliturgie. Wiki/karfr.
Im 10. Jahrhundert errichtete man die ersten Heiligen Gräber zu Ostern in kirchlichen Gebäuden.
Am Karfreitag wird der tote Jesus im Anschluß an die Karfreitagsliturgie in das Grab gelegt. Kirchenw./feiert. |